____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Krzysztof Penderecki
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Krzysztof Eugeniusz Penderecki [ËkĘɨĘtÉf pÉndÉËrÉtÍĄskʲi] (* 23. November 1933 in DÄbica; â 29. März 2020 in Krakaucite-ref-1[1]) war ein polnischer Komponist, dessen Werk der postseriellen Musik zugeordnet wird und der vor allem durch seine Klangkompositionen Aufsehen erregte. FĂźr diese speziell in der Instrumentalmusik angewandte Technik wurde von Seiten der polnischen Musikwissenschaft, namentlich von Zofia Lissa und JĂłzef MichaĹ ChomiĹski, der Begriff Sonorismus entwickelt. Er gilt als einer der fĂźhrenden Komponisten der polnischen Avantgarde, der mit seiner Musik âden Kompositionsstil einer ganzen Ăra der zeitgenĂśssischen Musik mitgeprägtâ hat.cite-ref-2[2] Sein unerschrockenes Eintreten fĂźr christliches Gedankengut und Menschlichkeit sowie seine unverwechselbare Tonsprache lieĂen Penderecki zur Galionsfigur einer âpolnischen Schuleâ der Avantgarde mit internationaler Ausstrahlung werden.cite-ref-3[3]
Contents
⢠Leben
⢠Stilistik
⢠Rezeption
⢠Werk
⢠Opern
⢠Vokalmusik
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Leben
Krzysztof Penderecki wurde in DÄbica bei RzeszĂłw (nicht in Krakau, wie gelegentlich irrtĂźmlich berichtet wird) geboren. Seine GroĂmutter stammte aus Armenien.cite-ref-4[4] Pendereckis GroĂvater Robert Berger war ein talentierter Maler, dessen Vater Johann, ein protestantischer Deutscher, aus Breslau nach DÄbica gezogen war. Sein Vater brachte ihn schon frĂźh mit Musik in BerĂźhrung; bereits als Kind erhielt er Violin- und Klavierunterricht. Später studierte er Komposition an der Musikakademie Krakau bei Artur Malawski und StanisĹaw SkoĹyszewski sowie privat bei Franciszek SkoĹyszewski; daneben studierte er an der Universität Krakau Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte. 1958 schloss er das Studium mit dem Diplom ab und Ăźbernahm im gleichen Jahr eine Professur fĂźr Komposition an der Musikakademie Krakau.
1959 fiel er in Polen und international auf, als er beim Musikfest Wettbewerb ÂťWarschauer HerbstÂŤ junger polnischer Komponisten alle drei ausgesetzten Preise fĂźr drei anonym eingereichte Werke zugesprochen erhielt.cite-ref-5[5] In der westlichen Welt wurde er schlagartig bekannt, als 1960 sein Werk Anaklasis fĂźr Streichorchester und Schlaginstrumente bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgefĂźhrt wurde.
Von 1972 bis 1987 war er Rektor der Musikakademie Krakau. Zwischen 1966 und 1968 war er auch Dozent an der Folkwang-Hochschule in Essen. Penderecki war Ehrenvorsitzender des Kuratoriums des Institutes fĂźr kulturelle Infrastruktur Sachsen in GĂśrlitz und seit 1992 Ehrenmitglied der International Society for Contemporary Music ISCM (Internationale Gesellschaft fĂźr Neue Musik).cite-ref-6[6] Ab 1976 lebte er in LusĹawice. 1988 wurde er zum ersten Gastdirigenten des NDR-Sinfonieorchesters (Hamburg) gewählt. 2001 war er der elfte Komponist beim jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festivals. Er sprach flieĂend Deutsch. Penderecki starb nach langer Krankheit im März 2020 im Alter von 86 Jahren in Krakau.cite-ref-7[7]
Stilistik
In der Musik nach 1945 fĂźhrt ein direkter Entwicklungsstrang von SchĂśnbergs ZwĂślftontechnik Ăźber die Kompositionen von Anton Webern zu einer âpunktuellen Musikâ, deren vorrangiges Ziel in der AuflĂśsung von Melodien in EinzeltĂśne bestand. Komponisten wie Olivier Messiaen, Pierre Boulez, Luigi Nono und Karlheinz Stockhausen setzten an die Stelle klassisch-romantischer Themenverarbeitung spezielle Techniken der Serialität, um die EinzeltĂśne zu grĂśĂeren Formorganismen zusammenzufĂźgen. Dieser hauptsächlich durch die Darmstädter Ferienkurse bekannt und rasch populär gewordenen Kompositionsweise setzte Penderecki frĂźhzeitig eine eigene Tonsprache entgegen, in welcher die Vereinzelung der TĂśne aufgehoben und durch neuartige Vermassungstechniken in ihr Gegenteil verwandelt wurde. Ging es vorher darum, jeden Ton einzeln durch sog. Parameter zu definieren, gestaltete Penderecki in dem bahnbrechenden Werk Anaklasis (1959/60) Klangflächen und Klangbänder, die aus zahllosen und einzeln nicht mehr wahrzunehmenden TĂśnen bestanden. âDas Neuartige dieses Werks liegt in dem primär geräuschhaften Gestus, der wie mit breitem Pinsel gemalt wirkt. Penderecki arbeitete hier mit Klangbändern, Clustern, Glissandi oder auch bewegten KlangblĂścken, deren Innenleben melodisch aufgefächert erscheint.âcite-ref-8[8] Das Besondere des Gesamtklanges beruht unter anderem auch auf dem Einsatz ungewĂśhnlicher Klangerzeuger wie z. B. von Singenden Sägen und mechanischen Schreibmaschinen sowie in der Hinzunahme geräuschhafter Blas-, Kratz- und Zupfgeräusche auf den herkĂśmmlichen Orchesterinstrumenten (z. B. in Fluorescences fĂźr Orchester 1961/62). Die Vermassung der EinzeltĂśne geht so weit, dass die Grenzen und Unterschiede zwischen Schlag-, Blas- und Streichinstrumenten vom HĂśrer nicht mehr wahrgenommen werden kĂśnnen. Dabei lieĂ sich Penderecki primär von Entdeckerfreude und Experimentierlust leiten und inspirieren, sah seine Arbeiten aber auch als Forschungsergebnis und verlieh ihnen Titel wie beispielsweise De natura sonoris (lat.: âĂber die Natur des Klangesâ). Das akustische Erleben von Musik stand im Mittelpunkt. Ein weiteres Mittel auf diesem Weg war die Abschaffung traditioneller Rhythmen und zeitlicher Gestaltungsmittel. Mit den grafischen Mitteln einer sog. âspace notationâ wurden die Dauern von Klangprozessen visuell verdeutlicht, ohne dass fĂźr die Einzelaktionen genauere Angaben gemacht wurden. So zeichnet sich auch im Notenbild fĂźr Spieler und Dirigenten eine gewisse Rahmenvorstellung ablesbar ab.
Nach einigen Jahren des Experimentierens setzte bereits in den 1960er-Jahren eine Neuorientierung ein. Hatte Penderecki in der FrĂźhphase die Formen seiner Kompositionen aus dem Klangmaterial heraus entstehen lassen, wendete er sich nunmehr verstärkt den traditionellen Formen der Klassik und Romantik zu und strebte eine Verbindung seiner tontechnischen Neuerungen mit der Tonsprache frĂźherer Epochen an: âSinfonie und Konzert, Oratorium und Oper standen nun im Zentrum seines Interesses.âcite-ref-9[9] Ein wichtiger Schritt in dieser Richtung war die Komposition seines 1. Streichquartetts (1960), dessen Bedeutung von musikwissenschaftlicher Seite als âWende in der Gattungsgeschichteâ bezeichnet wurde.cite-ref-10[10] Während mit den Quartettkompositionen von Beethoven bis Brahms hauptsächlich in der Verarbeitung von gegensätzlichem Themenmaterial und dessen Aufspaltung in Motive ihr formaler Sinn entfaltet wurde, erhob Penderecki in seinem 1. Streichquartett die Gegensätzlichkeit von Geräusch und traditionell orthodoxem Quartettklang zur formbildenden Kraft und stiftete eine Symbiose aus klanglichen Innovationen und der traditionellen Sonatenidee. In diesem ersten Ansatz äuĂert sich bereits klar erkennbar Pendereckis Veranlagung zum integralen Denken. Im Lager der Musikkritik wurde Pendereckis Ăffnung hin zur Formenwelt, Harmonik und Tonsprache frĂźherer Jahrhunderte in den meisten Fällen als Absage an die Moderne interpretiert und bedauert. Dabei wurde Ăźbersehen, dass er auf diesem Wege nichts anderes und nicht weniger als eine Verbindung zwischen seinen kompositorischen Neuerungen und einem weit gefassten Musikverständnis herzustellen suchte. HierfĂźr findet der Komponist Peter Michael Hamel einen interessanten Vergleich, wenn er sagt, bei Penderecki sei âweniger von einem starr fixierten Personalstil als vom vielfältigen Stilwandel zu sprechen, ist Penderecki doch auch von der stets fortschreitenden Stilveränderung eines Picasso fasziniert.âcite-ref-11[11] In seinen Opern, Oratorien und Sinfonien bildeten inhaltliche Vorgaben, seien sie religiĂśser oder allgemeiner Natur, den Rahmen fĂźr eine Ausdrucksweise, die sich nicht länger auf die Schockwirkung und Ăberraschungseffekte avantgardistischer Klanggestaltung festlegen lieĂ.
Rezeption
Zwar hat Penderecki mit seiner sonoristischen Kompositionstechnik zunächst stilbildend gewirkt und die Ăsthetik einer postseriellen Musik entscheidend mit entwickelt, doch gingen die Ansichten Ăźber die Bedeutung und Wirkung seines Schaffens später weit auseinander. Viele seiner frĂźhen Werke hatten auf Grund der darin angewandten ungewĂśhnlichen und in sich durchaus stimmigen Kompositionstechniken anfänglich in Fachkreisen in erheblichem MaĂ fĂźr Aufmerksamkeit gesorgt und anregend auf die musikalische Weiterentwicklung gewirkt, doch war auch in breiten Kreisen des Konzertpublikums seit Pendereckis Wendung zur Tradition die Akzeptanz auffallend gewachsen. So hatte seine Musik relativ bald auch Einlass bei der Mailänder Scala, im Wiener Musikverein und im Salzburger Festspielhaus gefunden. Die 1986 bei den Salzburger Festspielen uraufgefĂźhrte Oper Die schwarze Maske (Text: Gerhart Hauptmann) âfand selbst der Ăśrtliche GralshĂźter Herbert von Karajan offenbar so schĂśn, dass er sie am liebsten selbst dirigiert hätte.âcite-ref-spiegel-2-1987-12-0[12] Werke wie die Lukaspassion, das Polnische Requiem und das Dies irae hatten vor allem im kirchlichen Bereich zahllose Menschen erreicht, und seine Sinfonien und groĂ angelegten Opern Ăźberzeugten und begeisterten in erster Linie ein allgemein interessiertes Publikum. Auch dass seine Avantgarde-Techniken zunehmend von Filmmusikkomponisten, wie z. B. Don Davis und Elliot Goldenthal, eingesetzt und Ăźbernommen wurden, ist ein Indiz fĂźr die eher allgemeine Akzeptanz. Und so stand Penderecki im Lauf der Jahre immer mehr in der Kritik seiner Komponistenkollegen und bei den Kritikern. Bereits im Jahr 1972 merkt Hans Vogt an: âPenderecki ist im Konzert der gegenwärtigen Musik zweifellos eine auffallende Erscheinung. Sein Instinkt fĂźr Direktwirkungen [âŚ] hat bewirkt, dass er als einer der wenigen jĂźngeren Komponisten ins Bewusstsein einer grĂśĂeren Ăffentlichkeit gedrungen ist. FĂźr die Gesamtsituation ist dies begrĂźĂenswert; manches Ressentiment gegen âmoderne Musikâ wurde dadurch abgebaut. FĂźr ihn selbst und seine weitere Entwicklung aber liegt darin eine gewisse Gefahr: Einmal erfolgreich, beginnt er sich in seinen letzten Jahren allzusehr zu wiederholen.âcite-ref-13[13] Mit seiner sämtlichen Stilen gegenĂźber offenen Positionierung hatte Penderecki auf der einen Seite viel Anerkennung geerntet, und zwar von ZuhĂśrerkreisen, die hier Zugang zur Neuen Musik gefunden zu haben glaubten. Mit Skepsis hingegen begegneten ihm Kollegen wie beispielsweise Helmut Lachenmann, der ihn als âPenderadetzkyâ apostrophierte, der die âtonalen Paarhuferâ anfĂźhre.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] Ulrich Dibelius, einer der besten Kenner der zeitgenĂśssischen Musik und in seinen Formulierungen stets um Objektivität bemĂźht, charakterisiert die neuere Entwicklung Pendereckis als âklangschwelgerische Breitspurigkeitâ, basierend auf einer ungebremsten Liebe Pendereckis zur Musik von Tschaikowsky und âhĂśchst konform mit aktuellen neoromantischen Tendenzen.âcite-ref-16[16] Nicht weniger deutlich klingen die Einwände gegen Pendereckis Entwicklung, wenn es andernorts heiĂt: Penderecki hat âauf kritische Stimmen, die ihm kĂźnstlerische Stagnation und allzu bereitwillige Anpassung an den Kulturbetrieb vorwarfen, mit kĂźnstlerischen Argumenten geantwortet. Hinter den wohl bewusst traditionell gewählten Titeln (u. a. Partita, Sinfonie, Concerto grosso) verbergen sich Kompositionen, in denen die frĂźheren Klangerfahrungen sich formal zwingender, in ihrer Verarbeitung konsequenter artikulieren, deren Ausgewogenheit aber auch zuweilen die wilde UngezĂźgeltheit der frĂźheren Klanggestik vermissen lässt.âcite-ref-17[17] Unter der markanten Ăberschrift: âMit Gloria und Glykol in den RĂźckwärtsgangâ schreibt Klaus Umbach in einer pointierten Kritik in der Wochenzeitschrift Der Spiegel: âDer NeutĂśner Penderecki hat abgedanktâ und fährt fort: âWenn nicht alles täuscht, ist der Verräter zum Vorreiter der Avantgarde geworden â im Handel mit Antiquitäten.âcite-ref-spiegel-2-1987-12-1[12] Penderecki selbst äuĂerte sich dazu wie folgt: âIn Fragen der Musik bin ich gegen jede Orthodoxie. Ich bin weder ein Feind der Tradition, noch ein kritikloser Enthusiast der Avantgarde. Ăberhaupt liebe ich das Theoretische nicht. Nach meiner Meinung ist in unserem Jahrhundert genug experimentiert worden: mit atonalen Mitteln, mit aleatorischer Technik, mit Elektronik. Musik muss einfach Ausdruck haben, nicht in irgendwelchen experimentellen Richtungen herumgeistern, am Publikum vorbei.âcite-ref-18[18] Mit dieser Einstellung erteilte Penderecki dem Denken in Kategorien eines zu bearbeitenden musikalischen âMaterialsâ eine Absage und ging im Sinne einer postmodernen Kunstauffassung auf Distanz zu den wichtigen Zentren der musikalischen Avantgarde in Mitteleuropa, wo der Diskurs Ăźber MĂśglichkeiten der Weiterentwicklung und die Fortschrittlichkeit des Klangmaterials im Mittelpunkt stand und jede RĂźckwärtsorientierung kritisch registriert wurde. Immer mehr setzt sich indessen auch in Kritikerkreisen die Einsicht durch, dass Penderecki âwie kaum ein Zweiter zu jeder Zeit Tradition und Moderne miteinander verbunden und deren vermeintliche Gegensätzlichkeit fruchtbar gemacht hat.âcite-ref-ernst-2020-6-19-0[19] Wolfgang-Andreas Schultz interpretiert den Befreiungsschritt Pendereckis aus der Enge der Material-Ăsthetik der 1960er Jahre als âVersuch, die ausgegrenzten Bereiche der Lebenswirklichkeit wieder in die Musik hineinzunehmen.â Zwar scheine es âden bisherigen Versuchen mit Stilpluralismusâ noch âan einer Ăźberzeugenden Integrationâ zu mangeln, doch wertet Schultz âdie vielgeschmähte Postmoderneâ als âunsicher tastende Schritte in eine vielleicht doch richtige Richtung.âcite-ref-20[20]
Anlässlich seines Todes wurde Penderecki in einer Pressemeldung der Akademie der KĂźnste Berlin, deren Mitglied er seit 1979cite-ref-21[21] war, als âder wichtigste polnische Komponist und Dirigent des 20. Jahrhundertsâ und âeiner der engagiertesten Humanisten des internationalen Musiklebensâcite-ref-22[22] bezeichnet. âDurch seinen Tod verliert die Musikwelt einen Komponisten, der seit den späten 1950er Jahren bis in die jĂźngste Gegenwart tonangebend bliebâ,cite-ref-23[23] schrieb die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, und aus den Kreisen der Auschwitz-Ăberlebenden hieĂ es: âMit seinem Werk âDies Iraeâ, das er 1967 zur Einweihung des vom Internationalen Auschwitz Komitee ausgeschriebenen Denkmals im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau komponierte, hat er die Erinnerung an alle Opfer von Auschwitz ins musikalische Gedächtnis der Menschheit eingeschrieben.â Er hat âmit seiner Musik und seinem ErinnerungsvermĂśgen die Dunkelheiten und die SchĂśnheit der Welt Ăźber viele Jahrzehnte ausgeleuchtetâ.cite-ref-24[24]
Pendereckis Werke im Film
Pendereckis expressive Musik wurde auch in Filmen eingesetzt. âHerausragend ist etwa seine Zusammenarbeit mit Martin Scorsese (Shutter Island / 2010), David Lynch (Inland Empire / 2006), Stanley Kubrick (Shining / 1980) und Andrzej Wajda (Das Massaker von Katyn / 2007).âcite-ref-ernst-2020-6-19-1[19] Bereits 1973 fanden sich Pendereckis Klänge in dem Film Der Exorzist wieder (Regie: William Friedkin). Er komponierte auch die Originalmusik fĂźr die Spielfilme Die Handschrift von Saragossa (1965) und Ich liebe dich, ich liebe dich (1968).
Werk
Opern
⢠1968â1969: Die Teufel von Loudun (The Devils of Loudun) â Oper in drei Akten (Libretto vom Komponisten, nach The Devils of Loudun von Aldous Huxley, in der Dramatisierung von John Whiting, unter Benutzung der deutschen Ăbertragung des Dramas von Erich Fried)
⢠1976â1978: Paradise Lost (Das verlorene Paradies) â Sacra Rappresentazione in zwei Akten (nach dem gleichnamigen Versepos von John Milton)
⢠1984â1986: Die schwarze Maske â Oper in einem Akt (Text von Harry Kupfer und Krzysztof Penderecki, nach einem Schauspiel von Gerhart Hauptmann)
⢠1990â1991: Ubu Rex â Opera buffa in zwei Akten (Libretto von Jerzy Jarocki und Krzysztof Penderecki, nach dem Schauspiel Ubu Roi von Alfred Jarry)
Instrumentalmusik
Werke fĂźr Orchester
⢠1959â1960: Anaklasis fĂźr Streicher (42 Streichinstrumente) und Schlagzeuggruppen; UrauffĂźhrung durch Hans Rosbaud und das SĂźdwestfunk-Orchester bei den Donaueschinger Musiktagen
⢠1961â1962: Fluorescences fĂźr Orchester
⢠1966: De natura sonoris No. 1 fßr Orchester
⢠1971: PrÊlude fßr Bläser, Schlagzeug und Kontrabässe
⢠1971: De natura sonoris No. 2 fßr Orchester
⢠1972â1973: 1. Sinfonie fĂźr Orchester
⢠1974: Als Jakob erwachte aus dem Schlaf, sah er, daà Gott dagewesen war. Er hat es aber nicht bemerkt fßr Orchester
⢠1979: Adagietto aus Paradise Lost fßr Orchester
⢠1979â1980: 2. Sinfonie (Christmas Symphony) fĂźr Orchester
⢠1988â1995: 3. Sinfonie fĂźr Orchester
⢠1989: Adagio â 4. Sinfonie fĂźr groĂes Orchester
⢠1991â1992: 5. Sinfonie fĂźr Orchester
⢠1994: Musik aus Ubu Rex fßr Orchester; Einrichtung von Henning Brauel
⢠1995: Adagio aus der 3. Sinfonie fßr Orchester
⢠1996â1997: Serenade fĂźr Streichorchester
⢠2003: Fanfarria real fßr Orchester
(Anm.: Die 6. Sinfonie entstand erst viele Jahre nach der 7. und 8. â siehe âVokalwerkeâ)
Werke fĂźr Streichorchester
⢠1959: Emanationen fßr zwei Streichorchester
⢠1960â1961: Threnos (Threnodie) â Den Opfern von Hiroshima, fĂźr 52 Saiteninstrumente
⢠1961: Polymorphia fßr 48 Streichinstrumente
⢠1963: Drei StĂźcke im alten Stil nach Musik zu dem Film âDie Handschrift von Saragossaâ fĂźr Streichorchester
⢠1973: Intermezzo fßr 24 Streicher
⢠1992: Sinfonietta per archi
⢠1996â1997: Serenade fĂźr Streichorchester: Passacaglia (1996), Larghetto (1997)
⢠1994: Agnus Dei aus dem Polnischen Requiem (1980/1984), Fassung fßr Streichorchester, bearbeitet von Boris Pergamenschikow
⢠1998: De profundis aus Seven Gates of Jerusalem, Fassung fßr Streichorchester
Werke fĂźr Blasorchester
⢠1967 Pittsburgh Ouverture for sinfonisches Blasorchester
⢠1994 Entrata fßr 4 HÜrner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Tuba und Pauken
⢠1995 Burleske Suite aus âUbu Rexâ fĂźr groĂes Blasorchester, eingerichtet von Henning Brauel
⢠1998 Luzerner Fanfare fßr 8 Trompeten und Schlagzeug
Werke fĂźr Jazzensemble
⢠1971: Actions fßr Jazzensemble
Werke fĂźr Soloinstrumente und Orchester
⢠1961: Fonogrammi fßr FlÜte und Kammerorchester
⢠1964: Capriccio fßr Oboe und 11 Streicher. Urauffßhrung: 26. August 1965 mit Heinz Holliger und den Festival Strings Lucerne, Leitung: Rudolf Baumgartner (Mitschnitt von Schweizer Radio SRG SSR auf Neo.Mx3)
⢠1964: Sonata fßr Violoncello und Orchester
⢠1966â1967: Concerto fĂźr Violoncello und Orchester (revidiert 1971/1972)
⢠1967: Capriccio fßr Violine und Orchester
⢠1971: Partita fßr konzertierendes Cembalo, elektrische Gitarre, Bass-Gitarre, Harfe, Kontrabass und Orchester (revidiert 1991)
⢠1976â1977: Concerto fĂźr Violine und Orchester (revidiert 1988)
⢠1982: Concerto No. 2 fßr Violoncello und Orchester
⢠1983: Concerto fßr Viola (Violoncello/Klarinette) und Orchester (1991 bei den Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft fßr Neue Musik ISCM in Zßrich aufgefßhrt).cite-ref-25[25]
⢠1992: Concerto fßr FlÜte (Klarinette) und Kammerorchester
⢠1992â1995: Metamorphosen, Konzert fĂźr Violine und Orchester Nr. 2
⢠1994: Sinfonietta No. 2 fßr Klarinette und Streicher
⢠2000: Musik fßr BlockflÜten, Marimbaphon und Streicher
⢠2000â2001: Concerto grosso fĂźr drei Violoncelli und Orchester
⢠2001â2002: Konzert âAuferstehungâ fĂźr Klavier und Orchester (revidiert 2007)
⢠2002â2003: Adagio fĂźr Cello und Orchester
⢠2004: Concerto grosso Nr. 2 fßr fßnf Klarinetten und Orchester
⢠2007: Largo fßr Cello und Orchester
⢠2007: Adagietto aus der Oper Paradise Lost, 2. Fassung fßr Englischhorn und Streicher
⢠2007â2008: Konzert âWinterreiseâ fĂźr Horn und Orchester
⢠2012: Konzert fßr Violine, Viola und Orchester, Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Urauffßhrung: 22. Oktober 2012 mit Janine Jansen, Julian Rachlin und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons
⢠2015: Konzert fßr Trompete und Orchester, Urauffßhrung: 3. Mai 2015, Congresshalle, Saarbrßcken, mit Gåbor Boldoczki und dem Saarländischen Staatsorchester unter David Robert Coleman (im Rahmen der Musikfestspiele Saar)
Kammermusik
⢠1953: 1. Sonate fßr Violine und Klavier
⢠1956: 3 miniatures fßr Klarinette und Klavier
⢠1959: Miniature fßr Violine und Klavier
⢠1960: Quartetto per archi No. 1 fßr 2 Violinen, Viola, Violoncello
⢠1968: Capriccio per Siegfried Palm fßr Violoncello solo
⢠1968: Quartetto per archi No. 2 fßr 2 Violinen, Viola, Violoncello
⢠1980: Capriccio fßr Tuba solo
⢠1984: Cadenza fßr Violine solo
⢠1985â1986: Per Slava fĂźr Violoncello solo
⢠1987: PrÊlude fßr Klarinette in B
⢠1988: Der unterbrochene Gedanke fßr 2 Violinen, Viola, Violoncello
⢠1990â1991: Streichtrio fĂźr Violine, Viola und Violoncello
⢠1993: Quartett fßr Klarinette, Violine, Viola und Violoncello
⢠1994: Divertimento fßr Violoncello
⢠2000: 2. Sonate fßr Violine und Klavier
⢠2000: Sextett fĂźr Klarinette, Horn, Violine, Viola, Violoncello und Klavier â Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
⢠2004: Tempo di valse fßr Violoncello solo
⢠2007: Serenade fßr drei Violoncelli
⢠2008: Capriccio fßr Violine solo
⢠2008: Streichquartett Nr. 3
⢠2011: Duo concertante fßr Violine und Kontrabass, Urauffßhrung: 9. März 2011, Kuppelsaal, Hannover, mit Anne-Sophie Mutter und Roman Patkoló
Werke fĂźr Klavier
⢠1963: Mensura sortis fßr 2 Klaviere; Urauffßhrung am 6. Mai 1964, Radio Bremen, Bremen, mit Alfons & Alois Kontarskycite-ref-26[26]
Tonbandkomposition
⢠1961: Psalmus fßr Tonband
⢠1962: Kanon fßr 52 Streicher und Tonband
⢠1963: Brygada Ĺmierci (âTodesbrigadeâ) fĂźr Tonband (fĂźr ein RadiohĂśrspiel Ăźber das KZ Auschwitz)
⢠1972: Ekechejria â Musik fĂźr die Olympischen Spiele 1972 fĂźr Tonband; UrauffĂźhrung am 26. August 1972 in MĂźnchen anlässlich der ErĂśffnungsfeier zu den XX. Olympischen Spielen
Vokalmusik
Chor a cappella
⢠1962: Stabat Mater fßr 3 gemischte ChÜre (SATB) a cappella (später unverändert in die Lukas-Passion ßbernommen)
⢠1965: Miserere aus der Lukas-Passion fßr Knabenchor ad lib. und drei gemischte ChÜre (ATB) a cappella
⢠1965: In Pulverem Mortis aus der Lukas-Passion fßr drei gemischte ChÜre (SATB) a cappella
⢠1972: Ecloga VIII (Vergili âBucolicaâ) fĂźr 6 Männerstimmen (AATBBB) a cappella
⢠1981: Agnus Dei aus dem Polnischen Requiem fßr gemischten Chor (SSAATTBB) a cappella
⢠1986: Ize cheruvimi (Song of Cherubim / Cherubinischer Lobgesang) â altkirchenslawisch mit englischer Umschrift fĂźr gemischten Chor (SSAATTBB) a cappella
⢠1987: Veni creator (Hrabanus Maurus) fßr gemischten Chor (SSAATTBB) a cappella
⢠1992: Benedicamus Domino (Organum und Psalm 117) fßr fßnfstimmigen Männerchor (TTTBB) a cappella (lat.)
⢠1993: Benedictus fßr gemischten Chor (SATB) a cappella
⢠1996: De profundis (Psalm 129, 1â3) aus Seven Gates of Jerusalem (1996) fĂźr 3 gemischte ChĂśre (SATB) a cappella
⢠2002: Benedictus fßr Frauenchor a cappella
Gesang und Instrumentalensemble oder Orchester
⢠1959: Strophen fĂźr Sopran, Sprechstimme und zehn Instrumente Ăźber Originaltexte von Menander, Sophokles, Jesaja, Jeremia und Omar ChayyÄm (Warschauer Herbst 1959)
⢠2017: 6. Sinfonie Chinesische Lieder nach Gedichten von Li-Tai-Po, Thang-Schi-Yie-Tsai und Tschan-Jo-Su in der Nachdichtung von Hans Bethge fßr Bariton und Orchester
Chor und Orchester
⢠1958: Aus den Psalmen Davids fĂźr gemischten Chor (SATB) und Instrumente â Psalm XXVIII, Psalm XXX, Psalm XLIII und Psalm CXLIII
⢠1959â1961: Dimensionen der Zeit und Stille fĂźr 40-stimmigen gemischten Chor, Schlagzeuggruppen und Streichinstrumente
⢠1964: Cantata in honorem Almae Matris Universitatis Iagellonicae sescentos abhinc annos fundatae fßr zwei gemischte ChÜre und Orchester
⢠1970â1973: Canticum Canticorum Salomonis fĂźr 16-stimmigen gemischten Chor, Kammerorchester und ein Tänzerpaar (ad lib.)
⢠1997: Hymne an den heiligen Daniel (Slawa swjatamu dlinnju knazju moskowskamu) fßr gemischten Chor (SATB) und Orchester
⢠1997: Hymne an den heiligen Adalbert fßr gemischten Chor (SATB) und Orchester
Solostimmen, Chor und Instrumentalensemble oder Orchester
⢠1965â1966: Passio et mors Domini nostri Iesu Christi secundum Lucam (Lukas-Passion) fĂźr Sopran, Bariton, Bass, Sprecher, Knabenchor, drei gemischte ChĂśre (SATB) und Orchester; UrauffĂźhrung 1966 im St.-Paulus-Dom zu MĂźnster
⢠1967: Dies Irae â Oratorium zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz fĂźr Sopran, Tenor, Bass, gemischten Chor (SATB) und Orchester: I Lamentatio, II Apocalypsis und III Apotheosis (Oratorium)
⢠1970: Kosmogonia fßr Soli (Sopran, Tenor, Bass), gemischten Chor und Orchester; Auftragswerk des Generalsekretärs der Vereinten Nationen anlässlich des 25-jährigen Bestehens
⢠1969â1970: Utrenja I (Grablegung Christi) fĂźr Soli (Sopran, Alt, Tenor, Bass, Basso profondo), 2 gemischte ChĂśre und Orchester
⢠1970â1971: Utrenja II (Auferstehung) fĂźr Soli (Sopran, Alt, Tenor, Bass, Basso profondo), Knabenchor, 2 gemischte ChĂśre und Orchester
⢠1973â1974: Magnificat fĂźr Basssolo, Vokalensemble (7 Männerstimmen), 2 gemischte ChĂśre (je 24-st.), Knabenstimmen und Orchester: I magnificat, II fuga, III et misericordia eius..., IV fecit potentiam, V passacaglia, IV sicut locutus est, VII gloria.
⢠1979: Vorspiel, Visionen und Finale aus âParadise Lostâ fĂźr 6 Solisten, groĂen gemischten Chor und Orchester
⢠1979â1980: Te Deum fĂźr 4 Solisten (Sopran-, Mezzosopran-, Tenor-, Bass-Solo), 2 gemischte ChĂśre und Orchester
⢠1980: Lacrimosa aus dem Polnischen Requiem fßr Sopran solo, gemischten Chor und Orchester
⢠1980â1984: Polnisches Requiem fĂźr vier Solisten (SATB), gemischten Chor und Orchester (revidiert 1993)
⢠1988: Zwei Szenen und Finale aus der Oper Die schwarze Maske fßr Sopran, Mezzosopran, gemischten Chor und Orchester
⢠1995: Agnus Dei fßr vier Soli, gemischten Chor und Orchester aus Requiem der VersÜhnung zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges
⢠1994 (?): Sanctus aus dem Polnischen Requiem fßr Alt- und Tenorsolo, gemischten Chor und Orchester
⢠1996: 7. Sinfonie Seven Gates of Jerusalem fĂźr 5 Soli (SSATB), Sprecher, 3 gemischte ChĂśre und Orchester: I Magnus Dominus et laudabilis nimis, II Si oblitus fuero tui, Jerusalem, III De profundis, IV Si oblitus fuero tui, Jerusalem, V Lauda, Jerusalem, Dominum (Psalm 147), VI Ezechiel 37,1â10, VII Haec dicit Dominus: Ecce ego do coram vobis viam vitae, et viam mortis; Auftragswerk der Stadt Jerusalem, des Jerusalem Symphony Orchestra und des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks anlässlich der âJerusalem-3000-Jahrâ-Feier
⢠1997â1998: Credo fĂźr 5 Soli (Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bass), Kinderchor, gemischten Chor und Orchester
⢠2002â2003: Phaedra fĂźr Sprecher, Solostimmen, Chor und Orchester
⢠2004â2005: 8. Sinfonie Lieder der Vergänglichkeit fĂźr 3 Solisten (Sopran, Mezzosopran, Bariton), Chor und Orchester nach Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe, Achim von Arnim, Joseph von Eichendorff, Karl Kraus, Rainer Maria Rilke, Hans Bethge (Nachdichtung) und Hermann Hesse. Auftragswerk des Luxemburgischen Kultusministeriums. UrauffĂźhrung: 26. Juni 2005 Luxemburg (Neufassungen 2007 und 2008)
Preise, Auszeichnungen und Ehrungen
⢠2014: Orden des Marienland-Kreuzes I. Klassecite-ref-31[31]
⢠2013: Grammy fßr das beste klassische Sammelprogramm (Best Classical Compendium)
⢠2011: Viadrina-Preis
⢠2009: Verdienstorden des GroĂherzogtums Luxemburg; Verdienstorden von Armenien; EhrenbĂźrger von Bydgoszczcite-ref-32[32]
⢠2008: Polnischer Filmpreis fßr die Filmmusik zu Das Massaker von Katyn; Komtur des Drei-Sterne-Ordens
⢠2005: Orden des WeiĂen Adlers
⢠2004: Praemium Imperiale (Musik)
⢠2003: GroĂes Goldenes Ehrenzeichen fĂźr Verdienste um die Republik Ăsterreichcite-ref-33[33]
⢠2003: Preis der Europäischen Kirchenmusik; EhrenbĂźrger seiner Geburtsstadt DÄbica; Eduardo M. Torner-Medaille des âConservatorio de Musica del Principado Asturiasâ in Oviedo, Spanien; Ehren-Direktor des Chors der Prinz von Asturien-Stiftung; Ehren-Präsident der âApayo a la CreaciĂłn Musicalâ
⢠2001: Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Kunst; Ehrenmitglied der Hong Kong Academy for Performing Arts
⢠2001: Namensgeber fßr den Asteroiden (21059) Pendereckicite-ref-34[34]
⢠2000: Cannes Classical Award als âLiving Composer of the Yearâ; Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien; Offizier des Verdienstordens der Italienischen Republik
⢠1999: Musikpreis der Stadt Duisburg
⢠1998: Kompositionspreis der FÜrdergemeinschaft der europäischen Wirtschaft; Foreign Honorary Member der American Academy of Arts and Letters; Korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der SchÜnen Kßnste, Mßnchen; Honorary Board des Vilnius Festival 1999.
⢠1996: Primetime Emmy Award of the Academy of Television Arts & Sciences; Komtur des Ordre des Arts et des Lettres
⢠1995: Mitglied der Royal Academy of Music, Dublin; EhrenbĂźrger der Stadt StraĂburg; Primetime Emmy Award of the Academy of Television Arts & Sciences; Herder-Preis
⢠1993: Distinguished Citizen Fellowship am Institute for Advanced Study an der Indiana University Bloomington; Preis des Internationalen Musikrates/UNESCO fßr Musik; kultureller Verdienstorden des Fßrstentums Monaco; Komtur mit Stern des Ordens Polonia Restituta
⢠1992: Grawemeyer Award for Music Composition fĂźr Adagio â 4. Sinfonie; Ăsterreichisches Ehrenzeichen fĂźr Wissenschaft und Kunst
⢠1991: Assoziiertes Mitglied der AcadÊmie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgiquecite-ref-35[35]
⢠1990: GroĂes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland; Chevalier de Saint Georges
⢠1985: Premio Lorenzo Magnifico
⢠1983: Wihuri-Sibelius-Preis; Polnischer Staatspreis
⢠1980: Namensgeber fßr den Penderecki-Gletscher auf King George Island in der Antarktis
⢠1977: Prix Arthur Honegger fßr Magnificat
⢠1977: Herder-Preis
⢠1973: Komtur des Ordens Polonia Restituta
⢠1968: Grammy Trustees Award der National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS)
⢠1968: Prix Italia fßr Dies Irae zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz
⢠1967: Prix Italia fßr die Lukas-Passion; Sibelius Gold Medal
⢠1966: GroĂer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen fĂźr die Lukas-Passion
⢠1961: Preis der UNESCO fßr Threnos
⢠1959: II. Warschauer Wettbewerb Junger Polnischer Komponisten des Komponistenverbandes â Penderecki erhielt fĂźr seine Werke Strophen, Emanationen und Aus den Psalmen Davids alle drei zu vergebenden Preise.
Ehrendoktorate und -professuren
⢠Georgetown University, Washington, D.C.
⢠Fryderyk-Chopin-Musikakademie, Warschau
⢠Universitäten von Rochester, Bordeaux, Leuven, Belgrad, Madrid, PoznaŠund des St. Olaf College, Northfield/Minn, Duquesne University, Pittsburgh (PA), St. Petersburg, Beijing Konservatorium und Yale
⢠Westfälische Wilhelms-Universität in Mßnster (2006 Philosophische Fakultät)
⢠Universität Leipzig (2003)cite-ref-36[36]
Ehrenmitgliedschaften
⢠Royal Academy of Music (London)
⢠Accademia Nazionale di Santa Cecilia (Rom)
⢠KÜniglich Schwedische Musikakademie (Stockholm)
⢠Academia Nacional de Bellas Artes (Buenos Aires)
Diskografie (Auswahl)
⢠Seven Gates of Jerusalem â Symphony No. 7 for five soloists, speaker, three mixed choirs and orchestra â Ersteinspielung der Originalversion (Live-Aufnahme vom 16. November 1999) mit dem National Philharmonic Orchestra Warsaw, dem National Philharmonic Choir Warsaw und den Solisten Bozena Harasimowicz-Haas, Izabella Klosinska, WiesĹaw Ochman, Jadwiga RappĂŠ, Romuald Tesarowicz und Henryk Wojnarowski unter Leitung von Kazimierz Kord.
⢠Strophen fßr Sopran, Sprechstimme und zehn Instrumente ßber Originaltexte von Menander, Sophokles, Jesaja, Jeremia und Omar El-Khayåm (1959) mit dem Amadeus Chamber Orchestra PoznaŠunter Leitung von Agnieszka Duczmal mit Olga Szwajgier, Sopran.
⢠Konzert fĂźr Violine und Orchester Nr. 2 âMetamorphosenâ mit Anne-Sophie Mutter, London Symphony Orchestra, Krzystof Penderecki bei DGG
Literatur
⢠Siglind Bruhn: Dunkel ist das Leben. Liedsinfonien zur Vergänglichkeit von Mahler bis Penderecki. Edition Gorz, Waldkirch 2020, ISBN 978-3-938095-27-0.
⢠Wolfram Schwinger: Penderecki. Begegnungen, Lebensdaten, Werkkommentare. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1979, ISBN 3-421-01832-4.
⢠Erweiterte Ausgabe: Schott, Mainz 1995, ISBN 3-7957-0265-8.
⢠Brockhaus Riemann Musiklexikon. 1979, ISBN 3-7957-8303-8.
⢠Meinrad Walter: Avantgarde mit menschlichem Antlitz (PDF; 6,1 MB) Ein Kurzporträt des Komponisten Krzysztof Pendereck. In: zur debatte, Heft 4/2022.
⢠Penderecki, Krzysztof. In: Horst Seeger: Opern Lexikon. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1978, S. 431/432, Lizenz-Nr. 414.235/15/78.
Weblinks
Commons
: Krzysztof Penderecki
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Literatur von und ßber Krzysztof Penderecki im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Werke von und ßber Krzysztof Penderecki in der Deutschen Digitalen Bibliothek
⢠Krzysztof Penderecki bei IMDb
⢠Website von Krzysztof Penderecki (polnisch, englisch)
⢠Krzysztof Penderecki. Schott Music.
⢠Bei Peng: Penderecki und seine Musik in China. Ein Nachruf. L.I.S.A Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung, 18. April 2020.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Komponist Krzysztof Penderecki gestorben. In: Badische Neueste Nachrichten. 29. März 2020, abgerufen am 29. März 2020.
cite-note-22. â Marek Janowski in dem Nachruf auf den Tod Pendereckis. In: nmz (Neue Musik-Zeitung), 5/20, S. 6.
cite-note-33. â Ruth Seehaber: Die âpolnische Schuleâ in der Neuen Musik. In: KlangZeiten, 2005, Band 5, BĂśhlau, KĂśln/Weimar.
cite-note-44. â Nachruf auf den Komponisten Krzysztof Penderecki. Polnische Psalmen. In: Der Tagesspiegel. 29. März 2020, abgerufen am 29. März 2020.
cite-note-55. â Sigrid Brinkmann: Zum Tod von Krzysztof Penderecki. Deutschlandfunk, 29. März 2020
cite-note-66. â ISCM Honorary Members
cite-note-77. â Penderecki ist tot. ORF.at, 29. März 2020.
cite-note-88. â Martin Demmler: Krzysztof Penderecki. In: Komponisten des 20. Jahrhunderts. Reclam, Stuttgart 1999, S. 332
cite-note-99. â Martin Demmler: Krzysztof Penderecki. In: Komponisten des 20. Jahrhunderts. Reclam, Stuttgart 1999, S. 333
cite-note-1010. â Klaus Hinrich Stahmer: Penderecki 1. Streichquartett. In: Reclams KammermusikfĂźhrer. Reclam, Stuttgart 2005, S. 1154
cite-note-1111. â Peter Michael Hamel: Umstrittene Popularität - Unumstrittene Weltgeltung; Stilfragen bei Krzsysztof Penderecki; zuerst verĂśffentlicht in Das Orchester 10/96; zit. nach der Aufsatzsammlung âEin neuer Tonâ, MĂźnchen (Allitera) 2007, S. 136.
cite-note-spiegel-2-1987-1212. â Klaus Umbach: Mit Gloria und Glykol in den RĂźckwärtsgang. In: Der Spiegel. Nr. 2, 1987 (online).
cite-note-1313. â Hans Vogt, Neue Musik seit 1945, Stuttgart (Reclam) 1972, S, 349
cite-note-1414. â Kein Leben im Elfenbeinturm. In: Der Tagesspiegel. 22. November 2013; abgerufen am 13. Januar 2020.
cite-note-1515. â âMusik ohne Ordnung ist Chaosâ â Krzysztof Penderecki zieht Bilanz. In: Neue ZĂźrcher Zeitung. 23. November 2018; abgerufen am 13. Januar 2020.
cite-note-1616. â Ulrich Dibelius: Moderne Musik II â 1965â1985. Piper, MĂźnchen 1988, S. 138
cite-note-1717. â Klaus Schweizer, Arnold Werner-Jensen: Reclams KonzertfĂźhrer. Reclam, Stuttgart 2000, S. 1070
cite-note-1818. â Zitiert nach: Martin Demmler: Krzysztof Penderecki. In: Komponisten des 20. Jahrhunderts. Reclam, Stuttgart 1999, S. 334.
cite-note-ernst-2020-6-1919. â Michael Ernst: Im Labyrinth der Zeit â Zum Tod des Komponisten Krzysztof Penderecki. In: nmz (Neue Musik-Zeitung), 5/20, S. 6.
cite-note-2020. â Wolfgang-Andreas Schultz: War das der Fortschritt? In: Avantgarde, Trauma, Spiritualität. Schott, Mainz, 2014, S. 16 f.
cite-note-2121. â adk.de abgerufen am 1. Mai 2020
cite-note-2222. â Akademie der KĂźnste Berlin. Pressemeldung, 30. März 2020.
cite-note-2323. â musikverein.at abgerufen am 1. Mai 2020
cite-note-2424. â auschwitz.info abgerufen am 1. Mai 2020
cite-note-2525. â Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
cite-note-2626. â Mensura sortis for 2 pianos. In: Ninateka. Abgerufen am 21. September 2019 (englisch).
cite-note-2727. â Julia Sachse: âBach strahlt bis heute!â In: Torgauer Zeitung. 13. Februar 2019, abgerufen am 21. September 2019.
cite-note-2828. â Solo Piano Work of Penderecki â World Premiere. In: Hello Stage. 19. März 2019, abgerufen am 21. September 2019 (englisch).
cite-note-2929. â Maak & Albertz mit âResplendencesâŚâ und UrauffĂźhrung von Penderecki. In: Vienna News. 20. März 2019, abgerufen am 21. September 2019.
cite-note-3131. â Estonian State Decorations. Bearers of decorations. Präsident der Republik Estland, abgerufen am 11. Januar 2020.
cite-note-3232. â Honorowi Obywatele Bydgoszczy (EhrenbĂźrger von Bydgoszcz). In: Website der Stadt Bydgoszcz.
cite-note-3333. â Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen fĂźr Verdienste um die Republik Ăsterreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB).
cite-note-3535. â AcadĂŠmicien dĂŠcĂŠdĂŠ: Krzysztof Penderecki. AcadĂŠmie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique, abgerufen am 5. November 2023 (franzĂśsisch).
cite-note-3636. â Volker Schulte: Krzysztof Penderecki erhält EhrendoktorwĂźrde. Stabsstelle Universitätskommunikation/Medienredaktion der Universität Leipzig, Pressemitteilung vom 30. September 2003 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 23. März 2016.